Die Ilkahöhe: Der schönste Aussichtspunkt auf den Starnberger See

Um den Starnberger See von seiner Schokoladenseite aus zu erblicken, ist eine Wanderung zur Ilkahöhe längst kein Geheimtipp mehr. Die Ilkahöhe ist eine Erhebung auf einer Höhe von 726 Metern, die sich am westlichen Ufer des Sees im Süden von Tutzing befindet. Bereits in der Würmeiszeit wurde die Ilkahöhe aus einem Würmgletscher gebildet und ist daher heute der Überrest einer Seitenmoräne. Heutzutage wird der Aussichtspunkt hauptsächlich als Forst- und Jagdgebiet genutzt.

Der Name erinnert an eine Frau, die Bedürftigen in der Not half

Die Bezeichnung ‚Ilkahöhe’ erinnert an die Fürstin Ilka von Wrede, die Verwundete während des Kriegs in den Jahren 1870/1871 tatkräftig unterstützte. Für Ihre Hilfe erhielt die geborene ‚Vieregg’ eine Vielzahl preußischer und bayerischer Auszeichnungen. Und letztendlich führte der Tatendrang des einzigen überlebenden Kindes vom letzten Grafen von Vieregg des Gutshofs Oberzeismering auch zur Benennung dieser Erhebung.

Der halbstündige Fußmarsch wird mit einer unbeschreiblich schönen Aussicht belohnt

Um den spektakulären Ausblick über den Starnberger See, die Chiemgauer Alpen, die voralpine Hügellandschaft und mit etwas Glück sogar auf die Zugspitze zu genießen, ist ein Fußmarsch von etwa einer halben Stunde ausreichend. Haben Besucher die Ilkahöhe per pedes ab dem Dampfersteg in Tutzing erobert, folgt nicht nur diese atemberaubende Aussicht, sondern auch ein Glücksmoment für die Geschmacksnerven. Die heutige Gaststube Forsthaus diente für einen langen Zeitraum als Wohnhaus des Försters. Da der Förster ein Schankrecht innehatte, servierte er Passanten wie Holzarbeitern, Wanderern oder anderen Bediensteten seines Hofs regelmäßig Brotzeiten. Ab den 1950er Jahren etablierte sich das Forsthaus als klassische Gaststätte und offeriert heute Spezialitäten wie Leberkäs mit Kartoffelsalat, Apfelstrudel samt Vanillesoße oder Weizenbier. Bei schönem Wetter sollten die Besucher den Biergarten des Forsthauses nutzen, der eine unvermittelte Sicht auf den Starnberger See bietet.

Bis zu den 1970er Jahren richtete sich der Blick von der Ilkahöhe auf einen Tempel

Eine weitere Attraktion in der Nähe der Ilkahöhe war der Tempel, der bis zu den 1970er Jahren vis-à-vis zu dem Idyll stand. In einem kleinen Wald wurde der Tempel im 19. Jahrhundert zu Ehren des deutschen Verlagsbuchhändlers Eduard von Hallberger errichtet, nachdem dieser gestorben war. Allerdings wurde der von Bauingenieur Engelbert Schnell erbaute Tempel mit einer Bronzebüste des Verlagsbuchhändlers während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt. Als Konsequenz dieser Zerstörung wurde der Tempel in den 1970er Jahren abgerissen und die Büste wurde anschließend eingeschmolzen.