Reste eines antiken Sanatoriums – die Grotten des Catull am Gardasee

Der Gardasee war auf Grund seiner zauberhaften Lage, dem extrem milden Klima und der schönen Landschaft als größter Binnensee Italiens bereits vor Jahrtausenden berühmt und die Römer, die Langobarden und viele anderen Völker haben immer wieder versucht dort Fuß zu fassen. Aus der römischen Besiedlungszeit findet man am Gardasee eine große Anzahl an Fundstücken. Die „Grotten von Catull“ in Sirmione sind eine der berühmtesten und imposantesten Ausgrabungen Italiens aus dieser Zeit. Am Südufer des Sees am äußeren Ende einer traumhaften Halbinsel befinden sich die Überreste einer römischen Villa mit Thermalbädern und einer eindrucksvollen Anlage mit Nebengebäuden.

Entgegen der immer noch existierenden Legende lebte der römische Dichter Gaius Valerius Cattullus vor dem Bau der römischen Villa. Aber der Dichter verbrachte gerne Zeit am Gardasee in Sirmione. In einem seiner Gedichte erwähnte er die Schönheit des Ortes in einigen Versen. Die sogenannten „Grotten“ mit einem Ausmaß von zwei Hektar wurden nach ihm benannt. Forscher nehmen an, dass die Gebäude als Sanatorium genutzt wurden. Seit Jahrzehnten wird immer noch in den Ruinen geforscht. Das nachgewiesene Thermalbad spricht für die Vermutung mit dem Sanatorium. Anhand der Höhe der Säulen kann man die imposante Erscheinung der Gebäude nur erahnen. Das Thermalbad bezog sein heilendes Wasser über 18 Meter tiefe Bleirohre aus einer heißen Schwefelquelle, die 300 Meter vom Ufer entfernt im Gardasee entsprang. Im Innenhof der Villa war ein großer Garten angelegt, der von Säulen eingefasst war.

Die Grotten des Catull liegen idyllisch zwischen kleinen Oliven-gärten auf einem felsigen Hochplateau der Landzunge. Die malerische Umgebung und die Sicht über den See und die Berge am Horizont machten bereits zu Zeiten des ersten vorchristlichen Jahrhunderts einen besonderen Zauber aus. Direkt am Eingang der Villaüberreste kann man ein kleines, hochinteressantes modernes Museum besichtigen. Hier finden die Touristen all die kostbaren Ausgrabungsfunde, die aus der Zeit der Römer berichten. Sie sind Zeitzeugen des Reichtums und Luxus der damaligen Zeit und eindrucksvolle 3-D-Filme zeigen die rekonstruierten Gebäude der Grotten des Catull. Das Museum beinhaltet aber auch mittelalterliche und prähistorische Fundstücke. Hier findet der Besucher gut erhaltene Fresken und Mosaikstücke, aber auch Gegenstände des Alltags, Schmuck der Antike, Treppenreste, Mauerteile und Öllampen. So kann man sich ein wenig die damalige Einrichtung der pompösen Villa vorstellen.

Die „Grotte di Catullo“ war ein Ort der Entspannung und Einkehr. Nur die Reichen, die damals in Sirmione verkehrten, konnten sich den Luxus in dieser Villenanlage leisten. In der zauberhaften Stadt Sirmione findet der Gast kleinen kopfsteingepflasterten Gassen mit hübschen Geschäften und Boutiquen. Im Umfeld der Scalingerburg, die eine hübsche Wasserburg direkt am Hafen ist, gibt es exquisite Restaurants, romantische Cafés und interessante Antiquitätenläden. In Sirmione leben 8000 Einwohner. Noch heute gibt es in Sirmione hervorragende Schwimmbäder, die von den vorhandenen Thermalquellen gespeist werden. Auch die Kirchen Santa Maria Maggiore und San Pietro in Mavino sind sehenswert. Hier findet man ein El Dorado für Surfer, Kitesurfer, Segler und Kajakfahrer. In der atemberaubend schönen Umgebung kann man wunderbar Golfen, Wandern, Biken und Reiten. Ein Besuch der Grotten des Catull ist wirklich lohnenswert.