Die Roseninsel im Starnberger See – ein idyllischer und geschichtsträchtiger Ort

Der Starnberger See – ehemals Würmsee oder im Volksmund Fürstensee – hat eine Fülle von historischen Ereignissen erlebt. In der frühen Geschichte beherrschten die Kelten und Römer diesen Landstrich bis dann die Bajuwaren die Macht übernahmen. Die Kaiserin Elisabeth von Österreich wuchs im Schloss Possenhofen auf, dem väterlichen Stammsitz. Sie verbrachte ihre Jugend und später als Kaiserin ihre Urlaube in ihrer geliebten Heimat. Ludwig II stammt vom Schloss Berg und verbrachte ebenfalls seine ganze Kindheit und Jugend am Starnberger See und kehrte später immer wieder dorthin zurück. Am Starnberger See und in seiner Umgebung findet man viele Denkmäler, romantische Kapellen, eindrucksvolle Kirchengebäude, idyllisch gelegene Herrenhäuser und machtvolle Schlösser und Burgen. Ein Kreuz im Starnberger See unterhalb der kleinen Kapelle im Schlosspark Berg soll an den rätselhaften und tragischen Tod des Märchenkönigs Ludwig II im Jahr 1886 erinnern.

Im Starnberger See liegt die romantische Insel Wörth – bekannt als Roseninsel. Die Roseninsel beweist, dass hier bereits 2000 bis 800 vor Christus Menschen gesiedelt haben. Auf der Roseninsel befand sich eine Kultstätte, was archäologische Funde beweisen. Im 12. Jahrhundert stand auf der Roseninsel eine romanische Steinkirche. Allerdings sind hiervon heute nur noch eine westliche Steinmauer und das Fundament erhalten. Bis 1850 wurde die Insel dann nur von Bauern und Fischern genutzt. In dem Jahr entdeckte Maximilian II von Bayern das Kleinod für sich und erwarb die Insel für 3000 Gulden. Er baute die Insel mit seinem Sohn Ludwig II. zu einem zauberhaften Privatrefugium um. 1970 ging die Insel in den Besitz vom Freistaat Bayern über und wurde 1998 vollständig wieder hergestellt. Der Architekt Kreuter und der Gartenarchitekt Lenné schufen ein Kleinod der Kunstgeschichte. Es entstand ein pompejanisches Casino innerhalb eines herrlichen Parks. Die bezaubernde Mitte des Parks stellte ein ovales Rosarium dar mit Hunderten von duftenden Hochstammrosen. Mittendrin erhebt sich eine 5 Meter hohe Glassäule in den bayrischen Farben blau-weiß. Der König empfing hier Richard Wagner, die russische Zarin Maria Alexandrowna und die Kaiserin “Sissi”.

Die Roseninsel hat eine Größe von 2,5 Hektar und ist 170 Meter vom westlichen Starberger Seeufer entfernt. Die Insel gehört zum Weltkulturerbe aufgrund der 2400-4000 Jahre alten prähistorischen Pfahlbauten, die leider unter Wasser liegen und so nicht richtig zu sehen sind. Auf der Roseninsel fand man mehrere archäologische Funde, die die Besiedlung der Insel in der Geschichte beweisen. Im herrlich restaurierten Casino, dem alten Sommerhaus der Königsfamilie, finden heute regelmäßig Trauungen statt. Ein wunderschöner Gartensaal und der große Salon mit traumhaftem Blick auf den See sind die Hauptattraktionen des Schlösschens. Der Turm mit dem Belvederezimmer mit faszinierendem Alpenpanorama gehört auch dazu. Im Gärtnerhaus kann man ein kleines Museum besichtigen. Besonders beliebt ist der erholsame, ruhige und besonders idyllische Garten. Es lohnt sich wirklich, mit der Fähre zur Insel überzusetzen.